Archiv des Autors: Kurt Oswald

Luftraum Stuttgart

Auch in Deutschland hat es per 31.03.2016 einige Luftraumanpassungen gegeben. So ist die TMA Stuttgart gegen Südwesten vergrössert worden. Die Segelflugsektoren sind der neuen Luftraumstruktur angepasst worden.

Bitte nur noch die aktuellen Karten 2016 verwenden und die Segelflugregelungen genau einhalten!

Detaillierte Informationen dazu mit unten stehenden Links:

Segelflugregelungen

Karte West

Karte Süd

Karte Ost

Gefährliche Begegnungen

Leider kommt es im Luftraum Echo immer wieder zu legalen, aber gefährlichen Annäherungen zwischen Motorflugzeugen, die nach IFR1 operieren, und VFR-Flügen.

Im Luftraum Echo gilt bekanntlich das Prinzip „See and Avoid“. Bei VMC2 gelten die Ausweichregeln und das generelle Vortrittsrecht auch für IFR-Flüge.

Die meisten Motorflugzeuge sind mit Transponder ausgerüstet und so für die Flugsicherung sowie mit TCAS3 ausgerüstete Flugzeuge sichtbar. Ein IFR-Pilot kann so rechtzeitig vor einer gefährlichen Annäherung gewarnt werden. Kritisch kann es bei Begegnungen mit Segelflugzeugen werden, da sie entweder nicht mit Transponder ausgerüstet sind oder das Gerät nicht eingeschaltet ist.

In erster Linie sind also die IFR-Piloten gefordert, ihre Luftraumüberwachung zu intensivieren. Aber auch wir Segelflieger können einen Beitrag leisten, ihnen die Aufgabe zu erleichtern. Nebst einer gewissenhaften Luftraumüberwachung sind folgende Punkte wichtig:

  • Im Luftraum Echo immer grosse Wolkenabstände einhalten
  • Nie auf Vortrittsrecht beharren
  • Segelflugzeuge, die bereits mit Transponder ausgerüstet sind: Transponder einschalten, Code 7000 rasten und ALT ON

Wo muss regelmässig mit zivilem IFR-Verkehr gerechnet werden?

  • Im Mittelland zwischen den TMAs Zürich und Bern sowie unterhalb TMA 8 Zürich und TMA T3 Basel.
  • Über dem Jura zwischen Tramelan und CTR les Eplatures.

Nun wünschen wir allen Segelfliegern eine erfolgreiche Saison 2014.

Download Gefährliche Begegnungen PDF


1 Instrument Flight Rules – Instrumentenflug Regeln
2 Visual Meteorological Conditions – Sichtflugbedingungen
3 Traffic Alert and Collision Avoidance System – Verkehrs Warn- und Ausweich System

Südanflug in Bern auf Piste 32

Im März 2015 soll in Bern ein GNSS gestütztes IFR Anflugverfahren auf Piste 32 eingeführt werden. Damit soll der Lärm auf weniger sensible Gebiete umverteilt werden. Nun hat das BAZL die Anpassung der Luftraumstruktur bekanntgegeben (siehe AIC B 01/2014). Durch die TMA-Erweiterung wird der Segelflug  im Raum Emmental-Thun-Gurnigel massiv eingeschränkt. Der SFVS wird seine ablehnende Haltung  zum neuen Betriebsreglement und zur Luftraumstruktur klar zum Ausdruck bringen. Dabei werden wir vom Dachverband (AeCS) sowie dem Schweizerischen Hängegleiterverband (SHV) unterstützt. Die Stellungnahmen werden untereinander abgestimmt und rechtzeitig eingereicht werden.

Links:

BAZL legt Gesuch für satellitengestützten Anflug am Flughafen Bern-Belp auf

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Anpassung TMA und CTR Bern für geplanten Anflug RWY 32 im Jahre 2015

Anpassung TMA und CTR Bern für geplanten Anflug RWY 32 im Jahre 2015

Luft­raum West-Oe­s­ter­reich

Prä­sen­ta­ti­on von Aus­tro­Con­trol zur Luft­raum­struktrur in West-Ös­ter­reich (ppt 18.3 MB)

Trotz Luft­räu­men noch ge­nü­gend Frei­hei­ten

Be­schrei­bung Luft­raum Ins­bruck von Ma­thi­as Schunk

Mit dem in­ter­na­tio­na­len Flug­ha­fen Inns­bruck, der mit Flug­zeu­gen bis zu einer Grö­ßen­ord­nung von Boe­ing 767 und Air­bus 330 an­ge­flo­gen wird, liegt der größ­te Ver­kehrs­flug­ha­fen West­ös­ter­reichs und der nach dem Pas­sa­gier­auf­kom­men viert­größ­te Ös­ter­reichs mit­ten im Inn­tal. Auf­grund der be­son­de­ren Lage in dem engen Tal­kes­sel wur­den ins­be­son­de­re bei öst­li­cher Lan­de­rich­tung spe­zi­el­le An­flug­ver­fah­ren ein­ge­rich­tet. Um den Flug­ha­fen herum exis­tiert daher eine recht kom­ple­xe Luft­raum­struk­tur, die für den Al­pen­se­gel­flie­ger sehr un­ge­wohnt ist. Nichts­des­to­trotz haben wir Se­gel­flie­ger in die­sem Be­reich noch sehr große Frei­hei­ten. Die Luft­räu­me wur­den zum Teil an un­se­re Be­dürf­nis­se an­ge­passt und die Inns­bru­cker Flug­lot­sen sind über­aus ent­ge­gen­kom­mend, auch wenn man ohne Trans­pon­der Durch­flug­frei­ga­ben er­bit­tet. Um den Flug­ha­fen Inns­bruck herum gibt es eine nor­ma­le Kon­troll­zo­ne (Luft­raum D) bis zu einer Höhe von 11000 Fuß. Di­rekt über der Kon­troll­zo­ne liegt bis FL125 die SRA 4 (Spe­cial Rule Area), eben­falls Luft­raum D. Wie prak­tisch im ge­sam­ten ös­ter­rei­chi­schen Al­pen­ge­biet gilt über FL125 eben­falls Luft­raum D und somit ist ein Über- oder Durch­flug ohne Frei­ga­be nicht mög­lich. Die ein­zi­ge Aus­nah­me hier­zu bie­ten die bei­den Se­gel­flug­sek­to­ren A und B, die sich di­rekt an der Nord­ket­te be­fin­den, so dass man nor­ma­ler­wei­se am Hang ent­lang flie­gen kann, ohne dass es einer Frei­ga­be be­darf. Die Ak­ti­vie­rung er­folgt je­weils durch den ers­ten Se­gel­flie­ger des Tages. Zu be­ach­ten ist hier­bei, dass der Se­gel­flug­sek­tor A, der aber nur den er­wei­ter­ten Platz­run­den­be­reich um­fasst, le­dig­lich bis zu einer Höhe von 4500 Fuß reicht. Sek­tor B reicht bis 11000 Fuß, bei grö­ße­ren Ba­sis­hö­hen ist eine ex­pli­zi­te Frei­ga­be in die dar­über lie­gen­de SRA 4 not­wen­dig, um legal über 11000 Fuß an der Nord­ket­te ent­lang flie­gen zu dür­fen. La­te­ral an die CTR schließt im Wes­ten die SRA 1 an, wel­che von 7000 Fuß bis FL125 reicht, also eben­falls nicht über-, dafür al­ler­dings un­ter­flo­gen wer­den kann. Auf der Renn­stre­cke Mie­min­ger – Tschir­gant kann man auch pro­blem­los knapp an der Weste­cke vor­bei­flie­gen, al­ler­dings muss hier sehr genau na­vi­giert wer­den. Durch­flug­frei­ga­ben für eine Süd-Nord-Tra­ver­se wer­den von Inns bruck Ap­proach auf der Fre­quenz 119,275 MHz meis­tens ohne grö­ße­re War­te­zeit ge­währt. Im Osten schließt sich an die CTR un­mit­tel­bar die SRA 2 mit einer Ober­gren­ze von FL125 an. Für Se­gel­flie­ger hat sie le­dig­lich eine Un­ter­gren­ze von 8500 Fuß, womit ein Un­ter­flie­gen aus dem Zil­ler­tal kom­mend ohne Frei­ga­be gut mög­lich ist. Al­ler­dings muss diese Höhe pe­ni­bel genau ein­ge­hal­ten wer­den, denn der In­stru­men­ten­an­flug auf die Piste 26 führt genau dar­über hin­weg und die ver­ti­ka­le Staf­fe­lung zwi­schen IFR- und VFR- Ver­kehr ent­spricht hier le­dig­lich dem ab­so­lu­ten Mi­ni­mum von 500 Fuß! Luft­raum­ver­let­zun­gen von ei­ni­gen we­ni­gen Pi­lo­ten könn­ten hier den ge­sam­ten Luft­raum für alle Se­gel­flie­ger in die­sem Ge­biet nach­hal­tig ge­fähr­den. Die Flug­lot­sen sind hier sehr ko­ope­ra­tiv, auch wenn man kei­nen Trans­pon­der be­sitzt. Im Süden schließt an die CTR Rich­tung Bren­ner die klei­ne SRA 3 an (7000 Fuß bis FL125), wel­che aber in Ver­bin­dung mit einem zeit­wei­se ak­ti­ven LO-D 21 einen Vor­bei­flug an Inns­bruck nur süd­lich von Hin­ter­tux mög­lich macht. SRA 5 ist die mit Ab­stand größ­te „Spe­cial Rule Area“ und schließt im Osten an die CTR und die SRA 2 an (9500 Fuß bis FL125). Als Bon­bon für Se­gel­flie­ger ist im öst­li­chen Teil der Se­gel­flug­sek­tor „Kai­ser­ge­bir­ge“ ein­ge­rich­tet, wel­cher bei Ak­ti­vie­rung Se­gel­flug bis auf FL125 ohne Ein­zel­frei­ga­be er­laubt. Aus­kunft er­tei­len Inns­bruck Ap­proach oder die Flug­plät­ze Kuf­stein (122,375 MHz) oder St. Jo­hann (120,350 MHz). Zu be­ach­ten ist al­ler­dings, dass diese Hö­hen­frei­ga­be nur für den öst­li­chen Teil der SRA 5 gilt und man nörd­lich des Inns in jedem Fall auf 9500 Fuß be­schränkt ist!

Quel­le: Ma­ga­zin ’Se­gel­flie­gen 1/2011’ – Aus­schnitt aus ’Das Inn­tal’ von Ma­thi­as Schunk’

Gli­ding needs Air­space

Si­tua­ti­ons­ana­ly­se des SFVS zu den Luft­raum­re­gu­lie­run­gen in der Schweiz

SFVS Vor­stand, De­zem­ber 2010 Kurt Os­wald und Emil Blu­mer

Eine Si­tua­ti­ons­ana­ly­se der Luft­raum­re­gu­lie­rung Schweiz aus der Sicht des Se­gel­flug­ver­ban­des der Schweiz (SFVS) Ver­si­on 2010 (2. völ­lig neu­be­ar­bei­te­te Ver­si­on)

Der Se­gel­flug­ver­band der Schweiz (SFVS) ver­tritt die Se­gel­flug­grup­pen der Schweiz mit ca. 2500 Mit­glie­dern, die rund 1000 Se­gel- und Mo­tor­se­gel­flug­zeu­ge be­trei­ben.

Der SFVS ist als Spar­ten­ver­band dem Aero Club der Schweiz (AeCS) an­ge­schlos­sen. Der SFVS ist eben­falls Mit­glied der In­ter­na­tio­nal Gli­ding Com­mis­si­on (IGC), die als Spar­ten­be­reich der Fédéra­ti­on Aéro­nau­tique In­ter­na­tio­na­le (FAI) für die welt­wei­te sport­li­che Re­gu­lie­rung des Se­gel­flu­ges zu­stän­dig ist. Wei­ter ist der SFVS Mit­glied der Eu­ro­pean Gli­ding Union (EGU), die sich für eine an­ge­mes­se­ne Re­gu­lie­rung des Se­gel­flu­ges bei der Eu­ro­pean Avia­ti­on Safe­ty Agen­cy (EASA) ein­setzt und die Inte- res­sen des Se­gel­flu­ges in den Be­rei­chen Luft­raum, Flug­zeug­un­ter­halt, Flug­be­trieb (Ope­ra­tio­nen) und Li­zenz­we­sen ver­tritt….