Monatsarchive: November 2012

In­for­ma­tio­nen an die Hal­ter von Se­gel­flug­zeu­gen und Mo­tor­seg­lern mit Klapp­t­rieb­werk

Mit der Vereinbarung vom 8. Mai 2002 zwischen dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) und dem Schweizer Segelflugverband (SFVS) wurde die Durchführung der periodischen Zustandsprüfungen an Segelflugzeugen und Motorseglern mit Klapptriebwerk neu geregelt. Dieser Vertrag wurde auf Grund der neuen Situation mit EASA auf den 31. Dezember 2008 gekündigt.

Die neuen Prüfer (auch ehemalige) wurden im November 08 ausgebildet und sind vertraglich dem BAZL direkt unterstellt. Diese heissen nun FOCA ARS (Airworthiness Review Staff).

Was ist neu?

Bisher wurden die Aufgebote zur periodischen Zustandsprüfung vom BAZL mit Terminvorgabe versandt.

Neu ist jeder Halter selber verantwortlich für die termingerechte Durchführung der Zustandsprüfung.

Er trifft mit einem Prüfer (FOCA ARS) nach freier Wahl eine Vereinbarung für deren Durchführung.

Das BAZL schreibt vor, dass bei jeder Prüfung den Reisekostenanteil verrechnet werden muss. Damit spielt es für den Halter keine Rolle, ob der Prüfer nah oder weit weg wohnt.

In­ter­vall der Zu­stands­prü­fun­gen / Zeit­fens­ter für die Nach­prü­fung

Das Prüfungsintervall ist neu (ab 28. Sept. 2007) 12 Monate. Für Luftfahrzeuge, die in der Annex II Liste aufgeführt sind, bleibt das Prüfintervall 24 Monate.

Das Zeitfenster für die Nachprüfung beträgt 90 Tage vor dem Prüfungstermin.

Wird die Zustandsprüfung innerhalb des oben angegebenen Zeitfensters vollzogen, bleibt das Datum für die nächste Prüfungsaufforderung (Tag + Monat) plus 1 Jahr (Annex II 2 Jahre) bestehen.

Bord­ak­ten

Zum Lufttüchtigkeitszeugnis gehört zwingend ein gültiges Lufttüchtigkeits-Folgezeugnis oder eine gültige Prüfbestätigung.

Das Luftfahrzeug darf ohne gültige Bordpapiere nicht betrieben werden. Wird die Zustandsprüfung nicht durchgeführt, kann das BAZL das Lufttüchtigkeitszeugnis einziehen.

Prü­f­um­fang

Der Prüfumfang und die Prüfprotokolle sind vom BAZL vorgegeben. Der Halter unterzeichnet das Prüfprotokoll, auf welchem alle Daten, Beanstandungen und Zeitaufwand der Prüfung notiert sind. Der Prüfer kann die Daten mit seinem DigiPen elektronisch dem BAZL übermitteln, so dass das neue Lufttüchtigkeits-Folgezeugnis umgehend ausgestellt werden kann.

Was kann der Hal­ter tun, damit die Nach­prü­fung op­ti­mal durch­ge­führt wer­den kann?

Technische Akten:

  • Sind alle abgeschlossenen Arbeiten sofort im Unterhaltsnachweis eingetragen und bescheinigt?
  • Sind Lufttüchtigkeitsanweisungen, falls vorhanden, ausgeführt und bescheinigt?
  • Sind der Nachweis der Stunden (Segelflugzeuge jährlich) oder Flugreisebuch (Motorsegler täglich) nachgeführt?
  • Ist das Flug- und Wartungshandbuch nachgeführt und auf dem neuesten Stand?
  • Sind die Bordpapiere komplett sowie alle Einträge und Adressen richtig?

Flugzeug:

  • Aufgebaut und gereinigt; so vorbereitet, dass Steuerung zugänglich ist (Sitzwanne ausgebaut, Kontrolldeckel geöffnet).

Luft­tüch­tig­keit

Ge­mäss der Ver­ord­nung über die Luft­tüch­tig­keit von Luft­fahr­zeu­gen, VLL, 748.215.1, Ar­ti­kel 24, darf ein Luft­fahr­zeug nur in Ver­kehr ge­setzt wer­den, wenn:

  1. die er­for­der­li­chen Un­ter­halts­ar­bei­ten ord­nungs­ge­mäss durch­ge­führt wor­den sind;
  2. der vom Bun­des­amt fest­ge­leg­te jähr­li­che Min­dest­un­ter­halt durch­ge­führt wor­den ist;
  3. nach tech­ni­schen Stö­run­gen, Män­geln oder anor­ma­len Be­an­spru­chun­gen, wel­che die Luft­tüch­tig­keit des Luft­fahr­zeu­ges in Frage stel­len, eine Über­prü­fung des Luft­fahr­zeu­ges durch eine dazu be­rech­tig­te Per­son er­folgt ist und diese Über­prü­fung er­ge­ben hat, dass die Luft­tüch­tig­keit nicht be­ein­träch­tigt ist;
  4. vom Bun­des­amt fest­ge­stell­te Män­gel in­ner­halb der fest­ge­leg­ten Frist be­ho­ben wor­den sind;
  5. eine gül­ti­ge Un­ter­halts­be­schei­ni­gung nach Ar­ti­kel 37 vor­liegt.

Hin­wei­se

  • Luft­tüch­tig­keits­an­wei­sun­gen, die nicht auf­ge­ho­ben wur­den, sind ent­spre­chend ihrem Aus­füh­rungs­in­ter­vall (jähr­lich, alle 500 Std., usw.) nach der Aus­füh­rung im Un­ter­halts­nach­weis zu be­schei­ni­gen, auch wenn diese Ar­bei­ten nach­träg­lich von ei­ni­gen Her­stel­lern in die War­tungs­hand­bü­cher auf­ge­nom­men wur­den.
  • Bei­spiel: LTA HB 94-209, Un­ter­halt der L’Ho­tel­lier-Schnell­ver­bin­dun­gen.
  • Wä­gungs­in­ter­val­le für Luft­fahr­zeu­ge: Zu be­ach­ten ist die TM-M Nr. LT 73.920-12. Auch wenn zu die­sem Thema immer wie­der Dis­kus­sio­nen ent­ste­hen, so ist doch daran zu er­in­nern, dass die meis­ten Kunst­stoff-Se­gel­flug­zeu­ge aus Deutsch­land kom­men und dort eine Wä­gung alle vier Jahre ver­langt wird.
  • Neue TBO von Tost-Kupp­lun­gen vom 19.04.2001 bitte be­ach­ten: (Tost Tech­ni­sche Mit­tei­lung Nr. 60.230/2-4/88; dtosttm##602302488.​pdf)
  • Im Hand­buch für Flug­zeu­g­rä­der von Tost sind wert­vol­le In­for­ma­tio­nen auf­ge­führt.
  • Im Luft­fahr­zeug ein­ge­bau­tes Zu­be­hör (z. B. Gur­ten) ist ent­spre­chend der Be­triebs­an­wei­sung des Her­stel­lers zu ver­wen­den. Spe­zi­ell zu be­ach­ten ist die Be­triebs­zeit.

Bei Fra­gen steht zur Ver­fü­gung:

Chef Flug­zeug­prü­fer
Heinz Bär­fuss Ifang­weg 3 CH9423 Al­ten­rhein pri­vatGe­schäftFaxmobil +41 71 855 24 53+41 71 850 08 53+41 71 855 24 53+41 79 417 28 12