Monatsarchive: September 2011

Herbst­aus­flug 2011 der Se­gel­flug-Ve­te­ra­nen

Am 15. September trafen sich in Romanshorn 126 Segelflug-Veteranen zum Herbstausflug auf dem Bodensee. Nach dem Willkommenstrunk an Bord legte das Motorschiff „Thurgau“ zur Vierstundenfahrt ab. Das schöne Wetter sorgte von Anfang an für eine gute und heitere Stimmung.

Unser Präsident, Manfred Küng, begrüsste die Teilnehmer, Gäste und Frauen verstorbener Mitglieder wie immer in deutsch und französisch. Er nannte die Entschuldigungen, dankte den Sponsoren sowie dem Organisator Werner Locher, der leider infolge einer Operation am Ausflug nicht teilnehmen konnte. Die Fahrt folgte zuerst dem südlichen Ufer des Bodensees.in Richtung Kreuzlingen und Konstanz. Zwischen Konstanz und Meersburg glitt das Schiff in den Überlingersee, dessen Ufer eine reiche Abwechslung boten.

In dieser Zeit wurde das feine Mittagessen serviert, und die guten Weine regten manches Gespräch an. Zwischen den einzelnen Gängen ergab sich auch die Möglichkeit vom Oberdeck aus die schöne Landschaft zu geniessen. Von Meersburg aus folgte die Fahrt dem Nordufer bis Immenstaad und dann zurück nach Romanshorn.

Zufriedene Gesichter gaben Zeugnis von einem gut gelungenen Herbstausflug, der wiederum die Neugier auf den nächsten weckte.

Die Vereinigung der Segelflug-Veteranen pflegt und fördert die Kameradschaft und Geselligkeit im Geiste der Segelflug-Tradition und unterstützt den Junioren-Nachwuchs mit über 9000 Franken im Jahr. Jeder Segelflieger über 50, oder wer das Segelfliegerbrevet vor 30 Jahren gemacht hat, gehört dazu. Anmeldung über Internet unter www.segelflug.ch/veteranen.htm / Kontakt-Anmeldung oder direkt bei Manfred Küng, Telefon: 022 792 42 68.

Hansjörg Bopp

Be­such der Se­gel­flug­ve­te­ra­nen vom 25./26. Au­gust 2011 auf der Was­ser­kup­pe

Aus Anlass des 40-jährigen Bestehens der Vereinigung der Segelflugveteranen und „100 Jahre Segelflug auf der Wasserkuppe“ entstand die Idee, aus der alljährlichen Routine auszubrechen und neben der traditionellen Schifffahrt einen Besuch auf der Wasserkuppe, ergänzt durch eine Besichtigung bei Alexander Schleicher Segelflugzeugbau in Poppenhausen, zu organisieren.

So nahmen 46 Veteraninnen und Veteranen aus der ganzen Schweiz den weiten Weg im Bus unter die Räder. Zwei weitere Teilnehmer, zur gleichen Zeit auf Deutschlandreise, kamen mit dem Privatauto. In Poppenhausen stellte uns Manfred Münch das 1927 gegründete Selelflugzeugwerk Alexander Schleicher eindrücklich vor. Jährlich werden von den 105 Mitarbeitern gegen 90 Flugzeuge produziert. Wussten Sie, dass alleine der erfolgreiche Schulungsdoppelsitzer ASK-21 inzwischen über die Nummer 888 hinausgekommen ist? Eine Reihe hervorragender Konstrukteure prägte die Entwicklung. Die Ka- und ASK-Modelle wurden von Rudolf Kaiser, die ASW-Modelle von Gerhard Waibel, die ASH-Modelle von Martin Heide und die ASG-Modelle von Michael Greiner entwickelt. Dank eigener Herstellung beinahme aller Komponenten im Werk in Poppenhausen kann eine hohe Fertigungsqualität garantiert werden. Angefangen bei der Konstruktion, dem Prototypen- und Formenbau, der Fertigung bis hin zur Qualitätssicherung kommt so alles aus einer Hand.

Unsere abendliche Ankunft auf der Wasserkuppe muss den Rhöngeist in höchstem Masse erzürnt haben. Wie anders ist zu erklären, dass auf die Minute genau ein Gewitter mit Sturm, Blitz, Donner und Hagelschlag losbrach? Ein feines Nachtessen in „Peterchens Mondfahrt“ entschädigte uns für das hektische Einchecken. Manfred Küng, der Präsident der Segelflugveteranen, konnte bereits hier Theo Rack, den Vorstands-Vorsitzenden des „Deutschen Segelflugmuseums Wasserkuppe“ begrüssen.

Die Wasserkuppe ist mit 950 m/M der höchste Berg der Rhön und Hessens. 1911 bereits nutzten hier Darmstädter Studenten die guten Verhältnisse für erste Gleitflüge. 1912 konnte Hans Gutermuth auf F.S.V.X in 110 Sekunden 840 m weit fliegen. Dies bedeutete damals Weltrekord. Zu Zeiten des Kalten Krieges war die Wasserkuppe von hoher strategischer Bedeutung als Beobachtungsposten gegen Osten. Die Radarkuppel (Radom) zeugt heute noch davon.

Der Vormittag des zweiten Tages war dem Besuch des „Deutschen Segelflugmuseums, Wasserkuppe“ gewidmet, das 2006 erneuert und erweitert worden war. Hier wird mit vielen originalen und nachgebauten Gleit- und Segelflugzeugen die Geschichte des deutschen Segelfluges dokumentiert. Die Schweiz ist hier auch vertreten durch den RRG „Falke“ HB-16, erbaut 1932/33 durch Widmer und Stirnemann, und die Göppingen GÖ3 „Minimoa“, HB-282, erbaut zwischen 1936 und 1938 von Hans Wullschleger, der manche Jahre damit flog, bevor das Flugzeug nach seinem Tod 1975 in den Besitz von Werner von Arx, Riehen, überging und 1988 zum Museum kam.

Kurz nach Mittag galt es dann aber, die Heimreise anzutreten, im Bewusstsein, zwei erkenntnis- und erlebnisreiche Tage auf der Rhön verbracht zu haben. Den Organisatoren, allen voran Manfred Küng, der auch als souveräner Reiseleiter wirkte, gilt der Dank aller Teilnehmer.

Josef Allenspach