Monatsarchive: September 2007

Herbst­tref­fen der Se­gel­flug­ve­te­ra­nen 2007

Grau­er Hoch­ne­bel liegt am Mor­gen des 13. Sep­tem­bers über der Lu­zer­ner See­bucht und ver­hüllt vor­erst den Blick auf die um­lie­gen­den Berge. Das In­ter­es­se der eben­falls meist grau­en Häup­ter der Se­gel­flug­ve­te­ra­nen, die sich unter dem im­po­san­ten Dach des KKL (Kunst- und Kon­gress­zen­trum Lu­zern) am Eu­ro­pa­platz ver­sam­meln, ist noch nicht den land­schaft­li­chen Be­son­der­hei­ten ge­wid-met. Unter dem Ein­fluss der vom See her we­hen­den Bise wer­den mit dem Ape­ro­glas in der Hand die alten Flie­ger­freun­de ge­sucht und das Ge­sprächs­the­ma ist zu­meist der ge­gen­wär­ti­ge Ge­sund-heits­zu­stand. Gros­se Be­rich­te über Flug­er­leb­nis­se ge­hö­ren in die­sem Kreis der Ver­gan­gen­heit an. Am nahen Schiffs­steg liegt das MS “Eu­ro­pa“, wel­ches gegen Mit­tag die mun­ter dis­ku­tie­ren­de Schar der alten Se­gel­flie­ger/innen mit Be­glei­tun­gen auf­nimmt. Ka­pi­tän Gra­ber der MS “Eu­ro­pa“ und seine Mann­schaft heis­sen die Se­gel­flie­ger an der Re­ling will­kom­men, die rasch den 1. Klass-saal im Ober­deck fül­len. Die ers­ten Gruss­wor­te rich­tet der Ka­pi­tän an seine Fahr­gäs­te, der nebst der Vor­stel­lung sei­ner Crew die Ge­schich­te sei­nes Schif­fes er­klärt, wel­ches ur­sprüng­lich den Na-men “Un­ter­wal­den“ ge­tra­gen hatte und 1993 bei einem Brand stark be­schä­digt wurde.

Der Prä­si­dent der Ver­ei­ni­gung der Se­gel­flug-Ve­te­ra­nen, Man­fred Küng, freut sich über den gros­sen Auf­marsch zum Herbst­aus­flug (143 Teil­neh­mer) und darf eine ganze Reihe von Gäs­ten be­grüs­sen:

  • Jean-Ro­dol­phe Willi, Prä­si­dent der Mo­tor­flug-Ve­te­ra­nen
  • Emil Blu­mer, Prä­si­dent des Se­gel­flug-Ver­ban­des
  • Felix Kiser und Marco Schny­der vom ZS des AeCS
  • Chris­to­phe Pe­tit­pier­re und Diego Bren­ti­ni vom Ju­gend­la­ger des AeCS
  • Willi Schwar­zen­bach, Alt­prä­si­dent
Sei­nen Dank rich­tet er an die Mit­hel­fer für die Vor­be­rei­tung des heu­ti­gen Aus­flu­ges und an die Spon­so­ren für die Spen­den an den Ape­ros.
Nach dem Ab­le­gen des Schif­fes gilt die Auf­merk­sam­keit vor­erst den di­ver­sen Ho­tels und an­de­ren ein­drück­li­chen Bau­ten im Lu­zer­ner See­be­cken, nach­fol­gen­den den in be­nei­dens­wer­ter See­la­ge er-stell­ten Schlös­ser und Vil­len am Meg­ger See­ufer. Beim Que­ren des so­ge­nann­ten Kreuztrich­ters zwi­schen dem Küss­nach­ter- und dem Alp­nach­er-See­arm lich­tet sich be­reits die Hoch­ne­bel­de­cke, wäh­rend die Glä­ser beim An­stos­sen klir­ren und der Ser­vice den Salat auf­trägt. Dem Ri­gi­ufer ent-lang prä­sen­tie­ren sich die Tou­ris­ti­kor­te Her­ten­stein, Weg­gis und Vitz­nau. Nach der Um­run­dung der obe­ren Nase, die im 2. Welt­krieg stra­te­gi­sche Be­deu­tung hatte und heute noch in sei­ner Fe-stung das Aus­bil­dungs­zen­trum der Schwei­zer-Ma­ri­ne be­her­bergt, wird das Schweins­schnit­zel vom Nier­stück an Rahm-Cham­pi­gnons-Sau­ce mit Bei­la­gen ser­viert. Der­weil dreht die “Eu­ro­pa“ in der Buoch­ser­bucht eine Runde und quert dar­nach in Rich­tung Ger­sau, das heute noch den Sta­tus einer “Frei­en Re­pu­blik“ be­an­sprucht. Mitt­ler­wei­le wird das Flagg­schiff der Schif­fahrts­ge­sell­schaft des Vier­wald­stät­ter­sees, das DS “Stadt Lu­zern“ ein­ge­holt. Das ma­jes­tä­ti­sche Dampf­schiff ist auf Kurs-fahrt und quert den See zur Treib hin­über, dem pracht­vol­len Schif­fer­haus mit dem Bau­jahr 1658. Die Sze­ne­rie wird his­to­risch. Hin­ter Brun­nen grüs­sen die My­then und bei der Ein­fahrt in den Ur-ner­see steht trut­zig der Schil­ler­stein, den die Ur­kan­to­ne 1895 dem Sän­ger Tell’s ge­wid­met hat­ten. Vor der Rüt­li­wie­se, die in den letz­ten Mo­na­ten zum Tum­mel­feld der Me­di­en ge­wor­den war, wird bei­ge­dreht. Im Süden grüs­sen die Ur­ner­ber­ge im leich­ten Dunst einer In­ver­si­on. Die Ste­warts kün-den den Fahr­gäs­ten, die sich mitt­ler­wei­le über alle Decks ver­streut haben, den Des­sert-Ser­vice an. Wäh­rend dem Ge­nuss der ge­brann­ten Creme nach Gross­mut­ter­art wird noch­mals die be­reits herbst­li­che Land­schafts­stim­mung auf der Rück­fahrt nach Lu­zern be­wun­dert. Auf der Zu­satz­run­de im See­be­cken von Lu­zern prä­sen­tiert sich noch­mals die ein­drück­li­che Sky­line der Leuch­ten­stadt und wer immer noch was zu er­zäh­len hat, oder den Ab­schied noch etwas hin­aus­zö­gern will, setzt sich nach der Lan­dung beim Wa­gen­bach­brun­nen in die Stras­sen­re­stau­rants rund ums KKL.
Die alten Se­gel­flie­ger, die einst die Land­schaf­ten aus der Vo­gel­per­spek­ti­ve ge­nos­sen, haben auf die­sem Herbst­aus­flug die Schön­hei­ten der Se­en­land­schaft im Her­zen der Schweiz vom Was­ser aus be­wun­dert. Der Tag wird un­ver­gess­lich blei­ben.
Hans Acher­mann